Erfahrungen

Erfahrungen mit Webhostern, da könnte ich einiges erzählen. Aber sicher die auch über mich.

So, wie sich derzeit die Dampfer-Branche professionalisiert, so war das seinerzeit mit dem Internet. Da waren die Anbieter eher noch die Kumpels. Sie hatten es halt drauf mit dedizierten Servern etc.

Da ich nicht programmieren kann, weiß ich nicht einzuschätzen, welcher Aufwand betrieben wurde, mir den einen oder anderen Wunsch zu realisieren bzw. Auftrag auszuführen.

Damals gab es weder eine Flat zum Surfen, noch eine für den Datentransfer. Alles wurde säuberlich und teuer gemessen und berechnet.
Und so durfte ich mal übel in die Tasche langen, als so ein 14jähriges Jüngelchen eine DDoS-Attacke veranstaltete. Heute würde ich den Provider schon fragen, ob er nicht eine Mitschuld hat.

Nebenher entwickelte sich die IT selbst weiter und so wuchsen die Ansprüche zu mehr Interaktivität. Also hat ein Provider ganz nett an mir verdient, um mir wunschgemäß so allerhand zusammen zu programmieren, was heute die gängigen CMS kostenlos zustande bringen.

Richtig, richtig Ärger

2008 startete ich mein Strickmühlenmuseum real und im Internet.
Sorgfältig hatte ich mir dafür einen Hosting-Provider ausgesucht und war auch sehr zufrieden.
Nach einem Jahr war aus Platzgründen ein Paketwechsel nötig und der ging völlig reibungslos.

2015 allerdings hat ein in die Breite wachsendes Unternehmen meinen Provider geschluckt.
Es würde nicht zu Änderungen kommen, hieß es.

Und ich hatte noch ein sehr übles Jahr mit unzähligen Ausfällen durchzustehen, da mein vServer auf technisch veralteter Hardware läge.

Irgendwann letztes Jahr merkte ich, dass bei den Rechnungen von 6 GB die Rede ist. War das neu oder habe ich es bislang übersehen?
Auch im Kundenbereich wurde mir angezeigt, dass ich gut zwei Drittel meines Platzes belegt hatte.
Also fragte ich zum Jahresende per Mail vorsorglich nach einer Aufstockung an. Bekam aber keine konkrete Antwort.
Später recherchierte ich, dass offensichtlich deren Kundenbereich frisch programmiert würde, dass das aber noch Monate dauern werde.

Diesen Sommer kam Freitagnacht eine automatische Mail mit einer Errormeldung, da die 6 GB überschritten seien.
Das muss man sich mal geben.
Mein Stand: 6150.8 MB
= 6,006640625 GB
1 GB = 1024 MB
6 GB = 6144 MB

Ich hatte die ganzen Jahre seo-mäßig einen guten Job fürs Strickmühlenmuseum geleistet.
Ein nichtkommerzieller Auftritt. Wer eine Strickmühle hat, findet

  • sofort das Museum
  • und dort passende Tutorials.

Da stecke ich es nicht so einfach weg, wenn nicht nur über Stunden, sondern übers ganze Wochenende und darüber hinaus einfach der Server nicht mehr erreichbar ist.

Und wie sieht sowas denn aus? Da denkt doch jeder, ich wäre irgendwie in Zahlungsschwierigkeiten geraten!

So auf den ersten Blick gab es kaum ähnliche Schilderungen über das Geschäftsgebaren dieses Providers im WWW.

Sorgen machte ich mir auch um meine Arbeit - meine Daten
Ich kam nicht mal per FTP auf den Server, um zu schauen, ob ich auf die Schnelle etwas runter schaufeln könnte.
D.h. auch für mich war der Auftritt einfach weg. Backups liegen dort sinnigerweise auf einem Unterordner. Und hätte ich welche hier, wäre ich nicht versiert genug, etwas damit anzufangen.

Die anschließende Kommunikation verlief äußerst schleppend und so verging insgesamt über eine Woche, bis ich wieder online war. Ich konnte ja beweisen, dass ich schon früher um eine Aufstockung angefragt hatte.

Archive.org - die Rettung

Pech für den Provider, dass ich in der Woche ja plötzlich Zeit hatte.

Ich konnte ihm - dank der waybackmachine - beweisen, dass mir nicht 6, sondern 20 GB zustehen.

Denn der frühere Provider hatte bereits 2011 seine Pakete gewaltig aufgestockt und zwar ausdrücklich auch für Bestandskunden.

Es gab daher eine Art Entschuldigungsmail, eine Korrektur im Kundenbereich und eine Gutschrift für einen Monat Webhosting.
Aus geschäftlicher Sicht vermutlich korrekt.

Dass die "generöse" Gutschrift für einen bereits abgerechneten Monat erfolgte und erst durch erneute Intervention richtig gestellt wurde oder dass die Kündigungsfrist ungewöhnlich lang ausfiel ... rundeten das Bild vollends ab.

Altem Provider dankbar

Anstatt alles hinzuschmeißen, habe ich begonnen, "manches neu zu denken ...".

Jetzt gibt es netzrose.de - obwohl ich garniemalsnicht noch was Neues im WWW anfangen wollte.

Ich habe einen neuen Webhoster, bei dem ich mich wieder wohl fühle.

ZIM ermöglicht mir, Webseiten ohne Datenbank zu generieren, für die ich selbst sorgen kann.

Beim neuen Provider ging sogar ein großer langjähriger Wunsch in Erfüllung: Ich muss endlich nicht mehr bei Youtube hosten.

Und bei all dem komme ich auch noch günstiger weg, sodass ich mit Freude Google AdSense kündigen konnte.

Inzwischen muss ich also eigentlich sogar dem vorherigen Provider dankbar sein.


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