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Freiheit vor der Meinungspolizei - Unter deutschen Betreibern von SN-Servern

Warum ich meinen Account bei einem deutschen Mastodon-Hub gelöscht und einen Hubzilla-Account im Ausland eröffnet habe.

Zur Zeit erleben viele Menschen, daß sie sich ständig kontrollieren müssen, um nicht ins soziale Abseits gedrängt zu werden. Dabei ist gerade Meinungsvielfalt für eine zivilisierte Gesellschaft unabdingbar. Mir ist heute mit einem Betreiber eines mastodon-Hubs etwas passiert, womit ich so wirklich nicht gerechnet hätte.

Sand im Getriebe für Meinungsvielfalt

Informationen zu Themen, die kommerziell uninteressant und die eher nicht in der Mitte des Mainstreams angesiedelt sind, wie CoronaMaßnahmenKritik und Dampfen[?], teile ich in dezentralen Sozialen Netzwerken und auf Telegram.

Die Themen sind kein Hobby. Sie treiben mich um, weil der allgemeine und politische Umgang mit ihnen meine Lebensqualtität tangiert. - Lieber würde ich mich mit anderen Dingen befassen. Aber ich will gerne mithelfen zur Meinungsvielfalt durch Horizonterweiterung und der steigenden Übergriffigkeit entgegen treten.

Respektvoller Abstand

Meine Aktivität ist demnach für manche Menschen unangenehm. Ich will nicht überzeugen, sondern nur auf weitere Infos zur Thematik hinweisen. Daher kennzeichne ich sowohl meine Profile in den dezentralen Sozialen Netzwerken, als auch die meisten meiner dortigen Postings ich mit entsprechenden Hashtags.

Das Teilen der Informationen in den SN ergibt sich, weil ich hier für Interessierte entsprechend nützliche Linklisten und Termine pflege. In Hochphasen, wenn das Internet zu den speziellen Themen mal förmlich brummt, dann komme ich auf ca. 3 Postings pro Plattform am Tag. Zu anderen Zeiten kommt dann vielleicht mal ein Posting pro Woche.

Wer über solche Postings stolpert und sie uninteressant findet, wird bei dieser geringen Menge also drüber hinweg gehen. Wer bereits eine ambivalente Haltung vertritt, kann meinen Account einfach blockieren. - Ich mache das auch manchmal so, z.B. bei deutlich erkennbaren Provokationen oder bei verdeckter Werbung.

Wer neu in eines meiner favorisierten Themen einsteigt, wird meist besonders früh informiert und bekommt meist solche Informationen, die sich nicht allerorts sowieso schon häufen. Denn ich habe immer im Hinterkopf, dass digitale Kommunikation schließlich Strom kostet. Also will ich nicht auch noch anderer Leute Zeitbudget strapazieren.

Diese manuelle Hin- und Herschubserei von Informationen hilft, so meine Hoffnung, sich besser eine Meinung bilden zu können, als wenn man sich nur aus kommerziellen Quellen bedient.

Suchmaschinen, Facebook, twitter und Youtube etc. stellen Ergebnisse nach entsprechenden Kriterien zum eigenen Nutzen und nicht neutral dar.

Tatsächlich ergibt sich in den dezentralen Netzwerken manchmal auch der eine oder andere digitale Austausch, aber hauptsächlich ist das ganze einfach mein Beitrag an die Menschen im Netz.

Vorauseilender Gehorsam digitaler Gastgeber

Im Zusammenhang mit Coronamaßnahmenkritik beobachte ich verstärkt, dass Youtube Videos löscht und dass wohl auf FB auch wieder Gruppen beschränkt werden. - Sowas braucht man in dezentralen SN eher nicht zu befürchten, dachte ich bisher.

Warnung - Lösung: Selbstzensur?

Um so verblüffter war ich, als ich heute eine Warnung des Betreibers (m)eines Mastodon-Servers per Mail zugestellt bekam.

Eines meiner Postings

"enthält einen Link der auf eine Webseite weiterleitet, die nur so strotzt vor Unterstellungen."

Ich kann mich beim besten Willen nicht erinnern, dass irgendwo im Netz ein Artikel ist, der sich mit meinem Mastodon-Betreiber befassen würde. - Auch nicht mit irgend jemandem meiner Mastonhub-Nachbarn, soweit ich das grob überschauen konnte.

" Noch dazu zahlreiche Verschwörungsideologien aus dem Umfeld von KenFM"

Ups. Zwar ist KenFM eine Informationsquelle, die ich unter mehreren auch nutze. Aber wer gehört nun zum Umfeld von KenFM? Wer bzw. welche Plattform könnte Verschwörungsideologien über meinen Mastodon-Betreiber auf dem von mir auf Mastodon verlinkten Beitrag oder drumherum hinterlassen haben?

"und mit nur einem weiteren Klick landet Mensch bei "dein.tube", einem Tummelplatz für ausgewachsene Nationalsozialist:Innen wie dem Herrn ....."

Oha, wenn ich also bei Mastodon einen Artikel teile, dann muss ich mir erst mal ansehen, auf welche Plattformen man so ausweicht und wer sich dort tummelt? Youtube wurde groß, weil viele user viele videos produziert und dort eben leider zentral hochgeladen haben. Wenn Youtube heute nicht mehr fair mit seinen Produzenten umgeht und sie ständig riskieren, dass ihre Arbeit gelöscht wird, dann drängen eben immer mehr Produzenten auf die Plattformen, über die mancher vielleicht früher die Nase gerümpft hat.

"Ich würde dich bitten, den Beitrag zu löschen, da dieser gegen die Serverregeln verstößt."

Die Serverregeln habe ich gefunden und studiert. Dort steht nicht drin, was Verschwörungstheorien sind und konkret auf welche nicht verlinkt werden darf. Ebenso wenig dass man nicht auf Artikel verlinken darf, wenn der Blogbetreiber seine Videos auf nicht in den Serverregeln aufgeführte Plattformen lädt.

Vermutung - "Säuberungsaktion" durch Mitnutzer

Ganz ehrlich? - Ich kann mir nicht helfen, aber diese Mail liest sich so, als hätten sich andere User über mich bzw. meine Postings beim Hubbetreiber im allgemeinen beschwert.

Meine Konsequenz: bloß weg aus DE der SN

Es ist mir gerade einfach zu viel, wie unsereins (kriitsch Denkende) von Politikern und Medien in die Rechte Ecke gedrängt und als Verschwörungstheoretiker abgetan wird.

Ein Posting freiwillig selbst löschen, nur weil es jemandem nicht gefällt, das mache ich nicht. Denn morgen ist es vielleicht ein anderes Posting und übermorgen überlege ich schon selbstkritisch, was ich besser nicht poste.

Will ich keine Schere im Kopf, bleibt also nur ein Umzug. - Wohin? Es ist eigentlich kein Problem, zu einem anderen Hub umzuziehen. Aber wenn wir bei den dezentralen SN in Deutschland noch mehr Meinungspolizei haben, dann muss ich wohl künftig ständig umziehen?

Und ist dann überhaupt mastodon noch das Richtige? Wenn ich in Suchergebnissen meine Postings auf diaspora* und mastodon vergleiche, dann steht mastodon besser da. - Das brauche ich eher nicht. Also wähle ich im Fediverse fürs Mikrobloggen Hubzilla aus.

Inzwischen habe ich mir ein Plätzchen eingerichtet, bei PepeCyb, einem Gastgeber im Ausland. Beim ihm weiß ich, dass ich meine Meinung habe kann, auch wenn er sie mal nicht teilt. Meine HubzillaAdresse lautet: hub.pericles.hu/channel/netzrose

Auslöser für die Warnung

Auf Nachfrage erfuhr ich zwischenzeitlich sogar, um welches strittige Posting von mir es bei mastodon ging. Es war dieses mit folgendem Inhalt:

Neues aus Wikihausen Reichsbürger und Reichstag – eine Inszenierung? wieder mit Dirk Pohlmann und Markus Fiedler https://wikihausen.de/2020/09/30/reichsbuerger-und-reichstag-eine-inszenierung/

Wikipedia im Wandel

Wikipedia war toll in den Anfangsjahren des Internet. Denn da wollten die Verlage der großen Nachschlagewerke von uns usern entsprechend Geld kassieren gemäß dem System, das ihren weniger veräußerten CDs und DVDs abwarfen.

Heutzutage genießt Wikipedia den Ruf einer seriösen Quelle. Also ist die Informationsqualität wichtig.

Wer ist wofür verantwortlich? An wen kann man sich jemand wenden, wenn man in einem dortigen Artikel diffamiert wird?

Wikipedia hat eine dunkle Seite. Dass und wer da im Hintergrund gezielt wie täuscht, decken sehr aufwändig und geduldig insbesondere Dirk Pohlmann und Markus Fiedler auf.

Wenn der Mastdon-Betreiber in seiner Warnungs-Mail an mich Ken Jebsen anspricht, dann kann man ja mal in die Wikipedia schauen, ob neutral informiert wird. - Ich meine: nein. Auch ohne Ken Jebsen näher zu kennen.

Als jemand, der sich nicht nur aus den üblicheren Medien informiert, wird man für unterschwellige Meinungssteuerung sensibel.

Swiss Policy Research (SPR) fragt sogar, ob Wikipedia eine Desinformations-Operation ist.

Ungehinderter Zugang zu Informationen ist also wichtig. Um so bedenklicher, wenn plötzlich auch noch Hub-Betreiber anfangen, willkürlich Maßstäbe dafür festzulegen, was gepostet werden darf und was nicht. Ehe sie eine Warnung versenden oder noch krasser sanktionieren, empfehle ich sich einmal Gedanken darüber zu machen, ob sie wirklich dazu beitragen wollen, den Debattenraum zu verkleinern.

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